Unsere Geschichte –
sehen und schätzen lernen.
Aktuell aus dem Museum
Zwischen Bewahren und Loslassen
Wie sich ein Ortsmuseum neu erfindet – und dabei seine eigene Sammlung befragt
Im Ortsmuseum Affoltern ist es sommerlich still – zumindest scheinbar. Hinter den Türen in Zwillikon ist jedoch eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte im Gange. Zu voll und zu unübersichtlich sind die Räume und Ablagen. Eine Ausstellung und ein Lager voller Gegenstände, beschrifteten Schachteln, vertrauten Dingen aus Stuben, Werkstätten und Ställen: Sie alle erzählen vom Leben, von Vergangenheit und Erinnern.
Bald soll ein neuer Wind durch die Ausstellungsräume im Ortsmuseum wehen. Die bestehende Präsentation ist in die Jahre gekommen. Das Team muss entscheiden, was Affoltern in Zukunft von sich zeigt. Zwischen alten Gerätschaften aus Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie, Vereinen Erinnerungsstücken aus Privathaushalten stellt sich immer wieder dieselbe Frage:
Wie viel braucht es, um Dorfgeschichte und Stadtentwicklung sichtbar zu machen?
Ein Dutzend ähnlicher Werkzeuge mag einst den Alltag geprägt haben. Heute stellt sich die Frage nach ihrer Notwendigkeit im Ausstellungsraum. Reicht eines, um die Handarbeit von damals zu erzählen? Oder geht mit jedem ausgeschiedenen Stück auch ein Teil der Vielfalt verloren, die das Leben ausgemacht haben?
Das Museumsteam stellt diese Überlegungen sorgfältig an. Jedes Objekt wird in die Hand genommen, betrachtet, diskutiert. Beurteilt wird nicht nur das Alter oder der Zustand, sondern seine erzählerische Kraft. Was vermag es über Affoltern und seine Menschen zu sagen? Sagt es genug? Welcher Wert wird es in einer zukünftigen Ausstellung und der Sammlung haben?
So entsteht Schritt für Schritt ein anderes Museum. Eines, das Raum lässt – für die Dinge, die bleiben, und für die Gedanken, die sie auslösen.
Der Prozess verlangt Mut – und ein gemeinsames Verständnis davon, was das Museum heute sein will: nicht nur ein Ort des Aufbewahrens, sondern ein Raum des Deutens und Fragens und Erfahrens.
Einblick in diesen Prozess gibt es:
Samstag 1. August 2026 von 10.00 – 16.00 Uhr und
Sonntag 2. August 2026 von 12.00 – 16.00 Uhr
Oder nach Vereinbarung
Wir freuen uns auf den regen Austausch bei kühlen Getränken!
Neugestaltung der Dauerausstellung im Ortsmuseum Affoltern am Albis
Vor 26 Jahren wurde das Museum in Zwillikon eröffnet. Das 25-jährige Jubiläum wurde nicht gefeiert, aber darüber nachgedacht, wie die Präsentation der vielen Objekte klarer strukturiert und zugänglicher gemacht werden könnte. Die Arbeiten sind im vollen Gange. Ein neues Ausstellungskonzept wurde erstellt und der Bestand wird überarbeitet. Anfänge der Neugestaltung sind im Kellergeschoss sichtbar. Nun ist es im 1. Stock offensichtlich: der Umgestaltungsprozess ist in vollem Gange. Gestelle füllen sich, Ecken leeren sich. Dies können unsere Besucherinnen und Besucher nun miterleben und ihre Ideen und Wünsche einfliessen lassen. Ein Besuch lohnt sich!
Die Wanderausstellung «Region zu Tisch» ist nach wie vor im Ortsmuseum ausgestellt.
Blick ins Museum
Region zu Tisch – gestern, heute, morgen
Was wird produziert im Säuliamt und was wird konsumiert. Eine informative Grafik in der Ausstellung zeigt, dass der Konsum von Gemüse und Früchten weit höher liegt als deren Produktion. Dem gegenüber steht eine Überproduktion von Milch und Geflügel.
Die Ausstellung regt an über die Produktion der Landwirtschaft und unseren Konsum nachzudenken. BesucherInnen sind eingeladen, ihre eigenen Ideen, Wünsche und Perspektiven einzubringen. Die Ausstellung versteht sich dabei als Plattform für Austausch.
Die Wanderausstellung ist bis Juni im Ortsmuseum. Besuche sind nach Absprache, auch ausserhalb der Öffnungszeiten möglich.
Wir freuen uns auf den regen Austausch bei einem Kaffee oder Most zu diesem lebenswichtigen Thema.




